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mit winfried kretschmann nach südamerika

Auf zu neuen Ufern! - Mit dem Ministerpräsidenten von Baden-Würtemberg nach Argentinien und Brasilien

Newseintrag vom 15.11.2011 / zuletzt aktualisiert am 21.11.2011

Am 13. November ist eurosysteam-Geschäftsführer Heiner Ellebracht mit einer Wirtschaftsdelegation unter der Leitung von Winfried Kretschmann, dem Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, zu einer Reise nach Argentinien und Brasilien aufgebrochen. Die beiden südamerikanischen Länder gelten als interessante und vielversprechende Wachstumsmärkte, Brasilien soll schon 2015 die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt sein.

Erstes Ziel der Delegation war die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. In den nächsten Tagen geht es von dort aus nach Curitiba und Rio de Janeiro in Brasilien. An jedem der Orte werden Fachvorträge und Workshops organisiert, bei denen die Delegationsreisenden interessante Kontakte mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft knüpfen. Zwischendurch gibt es aber auch immer wieder die Möglichkeit, Land und Leute kennenzulernen.

Wir sind gespannt, mit welchen Eindrücken, Ideen und neuen Kontakten Heiner Ellebracht von der Delegationsreise zurückkehren wird.

Links zur Südamerika-Reise des Ministerpräsidenten

Reisetagebuch von Heiner Ellebracht

1. Tag // Buenos Aires
Nach ca. 14 h Flug landen wir um 8.30 in Argentinien. Der Lufthansa- Kapitän fliegt eine große Ehrenrunde über den Rio dela Plata - grandios. In der Nacht fliegen wir wegen der Turbulenzen über das Festland. Gegen 2 Uhr erreicht der Flieger Südamerika, die Passagiere schlafen.
Ich wache auf und bin überglücklich, wieder hier zu sein. Nachmittags besuchen wir weit außerhalb der Stadt Mercedes Benz (Foto)

16. Nov. 2011 // Zu Besuch bei Mercedes Benz in Buenos Aires. Foto: Heiner Ellebracht

2. Tag // Buenos Aires
Der Ministerpräsident präsentiert Baden-Württemberg vor politischen Vertretern der Region Buenos Aires, die im Anschluss ihre Region vor der Delegation darstellen. Besonders emotional ist ein Erfahrungsbericht des ehemaligen österreichischen Bundeskanzlers und heutigem CEO von VW- Argentina, Viktor Klima.
Apropos Klima: In Buenos Aires ist Frühsommer mit Temperaturen bis 28 Grad. Die Chacarandas Bäume blühen. Am Nachmittag besuchen wir die Firma AySA, die für Trinkwasser und Abwasser zuständig ist. Die Firma befindet sich in einem historischen Wasserwerk (siehe Foto). Abends sind wir auf einem Empfang in der Residenz der Botschafters der BRD Herrn Kniess. Morgen beginnt der Tag bereits um 3:45 mit Koffer packen, danach geht es nach Curitiba in Brasilien.

17. Nov. 2011 // Zu Besuch bei AySA in Buenos Aires. Foto: Heiner Ellebracht

3. Tag // Curitiba, Paraná, Brasilien
Nach einem zweistündigen Flug landen wir in Curitiba im südbrasilianischen Bundesstaat Parana. Hier werden wir vom Industrieverband FIEP durch dessen Präsidenten Campagnolo und den Generalkonsul von Sao Paulo begrüßt und zum Wirtschaftsstandort Parana gebrieft.

Ich hatte dann ein gemeinsames Mittagessen mit Luiz Mariana Julio, dem CTO von Positivo . Positivo ist der größte Hardwareanbieter in Südamerika und verkauft in Brasilien und Argentinien mehr als HP und Dell zusammen.↵
Am Nachmittag fanden Round- Table Gespräche mit Firmen und Fachverbänden statt.

Beim Empfang im Deutschen Club Curitiba wurden in entspannter Atmosphäre Kontakte geknüpft und Anbahnungen gemeinsamer Geschäfte geschaffen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Gespräch. Foto: Heiner Ellebracht

Spannende neue Kontakte: Heiner Ellebracht und Jürgen Hoffmeister, Geschäftsführer der Sikom Software Gmbh.

Tag 4 // Curitiba, Paraná, Brasilien
Auf einer Höhe von ca. 1000 m beginnt der Tag mit Nebel, der sich jedoch bald verzieht und einem wunderschönen Sonnentag den Vortritt lässt. Die politische Delegation fliegt zu Gesprächen nach Brasilia. Aufgrund der umfangreichen Erfahrungen im öffentlichen Raum, nimmt eurosysteam an einem Workshop mit dem Stadtplanungsamt in der Stadtverwaltung Curitiba teil.

Dieses Gespräch entwickelt sich zu einem Lehrstück für die deutschen Gäste, die erfahren, dass Curitiba wesentliche, moderne und nachhaltige Prozesse in der Planung und Umsetzung bereits eingeführt hat. Ein supermodernes Nahverkehrsystem, nachhaltige Entsorgung und Abfallverwertung etc. außerdem wurden bereits seit Jahrzehnten architechtonische Planungen zu einer sehr lebenswerten Stadt umgesetzt.

Das Ergebnis konnte die Wirtschaftsdelegation dann auf dem Torre Panoramica bewundern:

Blick vom Torre Panorâmica auf Curitiba. Foto: Heiner Ellebracht

Am Nachmittag führte uns die Firma Witzenmann do Brasil in die Fertigung von dichten, beweglichen Rohren ein, die für die Autoindustrie produziert werden.

Zu Besuch bei der Firma Witzenmann do Brasil. Foto: Heiner Ellebracht

Anschließend fliegen wir weiter nach Rio de Janeiro. Beim Imbiss nach der Ankunft im Hotel findet eurosysteam Kontakt zu Universitäten, die dringend für einzelne Fachbereiche Strategie- und Führungskräfteentwicklung benötigen. Mit dem Rauschen des Meeres und dem direkten Blick auf die Coppa Cabana geht der Tag sehr spät zu Ende.

Blick auf den nächtlichen Strand von Copacabana. Foto: Heiner Ellebracht

Tag 5 // Rio de Janeiro, Brasilien

Nach dem Aufwachen strahlt die Copacabana in hellem Licht, obwohl der Himmel eher bedeckt ist.
Der erste Arbeitstag in Rio beginnt mit dem schon zur Routine gewordenen Briefing zum Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Rio de Janeiro durch das Generalkonsulat, der deutsch-brasilianischen IHK, der Germany Trade & Invest sowie dem LBBW Office São Paulo.
Anschließend stellen brasilianische Regierungsvertreter und MP Kretschmann die jeweilig eignen Wirtschaftsstandorte vor.

In der anschließenden Pause nutze ich die Gelegenheit, um mit der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Frau Theresia Bauer ein mögliches Projekt zur Fortbildung der personalverantwortlichen Hochschullehrer zu besprechen. Dieses Projekt werde ich in den nächsten zwei Tagen noch mit den zuständigen Referenten konkretisieren.

In vielen Einzelgesprächen tauchen auch immer wieder Fragen auf, wie eine solche Delegationsreise effizient gestaltet und moderiert werden kann, um größtmögliche Effekte für die teilnehmenden Unternehmer/innen zu erzielen.

Politische Gespräche finden mit dem Gouvaneur Cabral Filho und mehreren Landesministern statt.↵
Am Nachmittag besuchen wir zusammen mit dem stellv. Ministerpräsidenten Dr. Nils Schmid die Firma EBX und treffen dadurch einen der reichsten Menschen der Welt - Eike Batista. Seine Botschaft: Kommt nach Brasilien, hier spielt die Musik. Die Story ist ganz einfach. Batista baut mit seinem Konzern EBX eine riesige Stadt für 250 Tausend Einwohner, mit eigenem Hafen, Schiffswerft, Stahlproduktion, eigenen Kraftwerken etc. Alle Firmen, die er beauftragt sind entweder die Besten oder Zweitbesten auf ihrem Gebiet in der Welt. Eine wirklich sehr beeindruckende Begegnung.

Eike Batista im Gespräch mit dem Stellv. MP und Minister für Finanzen und Wirtschaft Dr. Nils Schmid, dem Ministerialdirigenten Hartmut Reichl sowie dem Präsidenten des BW Industrie- und Handelskammertages Dr. Peter Kulitz. Foto: Heiner Ellebracht

Am Abend trifft sich die Gesamtdelegation in einer Churrascaria. Auch hier ergeben sich noch aussichtsreiche Gespräche mit Vertretern unterschiedlicher Branchen. Sehr persönlich und v.a. authentisch auch die Begegnung mit dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. (Keine Fotos, da alle Geräte aus Sicherheitsgründen im Hotel aufbewahrt wurden).
Und: Eine ganz besondere Erfahrung war die Fahrt mit einer Motorradeskorte.

6. Tag // Rio de Janeiro, Brasilien

Das Sozialprojekt "Escola Padre Dr. Francisco da Motta" an der Praca Mauá stand im Mittelpunkt des Vormittags. Begleitet von einer schwer bewaffneten Eskorte, die die Straßen für Busse und gepanzerte Fahrzeuge frei hielt, besuchten wir die "Hafenschule", die seit vielen Jahren den Kindern im armen Viertel des alten Hafens eine qualifizierte Schulbildung bietet. Wir wurden sehr herzlich empfangen. Nach den Nationalhymnen und vielen Reden boten die Kinder Samba brazil und fast die ganze Delegation tanzte mit.
Die Schule ist für rund 1100 Kinder Zukunft und Hoffnung auf ein würdiges Leben, ohne Verwahrlosung, Kriminalität, Prostitution und Drogen. Die Schule kam durch die Wirtschaftskrise ins straucheln, da ein Sponsor aus Deutschland ausgefallen ist. MP Kretschmann überreichte einen Scheck der Delegation i.H.v. 42.000 EUR.

Winfried Kretschmann in der "Hafenschule". Foto: Heiner Ellebracht

Das Arbeitsmittagessen fand in Anwesenheit von Carlos Dunga statt. Senhor Dunga ist ehemaliger brasilianischer Fußball - Nationalspieler, ehemaliger Trainer der Seleção und spielte zwei Jahre beim VfB Stuttgart. Sein Thema war die Fußball WM 2014 und in welche Projekte die baden- württembergischen Unternehmen investieren können.

Carlos Caetano Bledorn Verri, genannt Dunga. Foto: Heiner Ellebracht

Am Nachmittag fand dann das Abschlussgespräch mit dem MP und den Ministern statt. Vor allem MP Kretschmann und seine Frau wurden für ihre ehrliche, authentische und sehr offene Art gelobt und bewundert. Beiden fliegen bereits heute Abend zurück.

Heute Abend - FREI - also Abendessen an der Copacabana und anschließend zur Samba Show

Sambashow in Rio de Janeiro. Foto: Heiner Ellebracht

7. Tag - Rio de Janeiro

Einer der wichtigsten Programmpunkte aus brasilianischer Sicht war der Besuch des Maracanã-Stadions, dem eigentlichen Nationalheiligtum der Brasilianer. Das Stadion wird der Austragungsort des WM- Finales 2014 sein. Wir konnten die Bauarbeiten besichtigen und der Generalunternehmer hielt einen Vortrag rund um die die sportlichen Großereignisse, zu denen auch die Austragung der olympischen Spiele 2016 gehören. Inhaltlich wurde eruiert, inwieweit noch Chancen für entsprechende Geschäftsmöglichkeiten bestehen.

Baustelle im Maracanã-Stadion (Estádio Jornalista Mário Filho) in Rio de Janeiro. Foto: Heiner Ellebracht

Im dem anschließenden kulturellen Programm passierten wir den Botafogo- und den Flamenco Strand, kletterten per Seilbahn auf den Zuckerhut. Abschließend verewigte sich das Land Baden-Württemberg auf der Selaron Treppe durch die Übergabe einer Majolika-Fliese an den Künstler Selaron, der diese dann umgehend an einer exponierten Stelle anbrachte.

Rio de Janeiros bekannteste Treppe, die Escadaria de Selaron, mit ihrem Künstler chilenischen Künstler Jorge Selaron zusammen mit dem Stellv. MP und Minister für Finanzen und Wirtschaft Dr. Nils Schmid. Foto: Heiner Ellebracht

So, das war's! Ich verabschiede mich glücklich, mit einem lachenden und einem weinenden Auge von diesem Kontinent. Bis Bald. Adios.

Heiner Ellebracht

Newseintrag vom 15.11.2011
Zuletzt aktualisiert am 21.11.2011
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